Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Vom Umlenken über Heimatkunde bis zur eigenen Jam und darüber hinaus (Team 44)

Team 44 experimentiert hin und her. Dabei begrüße ich unsere neue Gast-Lehrerin Mrs N., mit der ich ja bereits zuvor erste Anläufe in Richtung Band-Rap startete, was dann aber doch nicht so der Hit war. Wir stellten schnell fest, dass ein Band-Rap an dieser Stelle nicht das Richtige zu sein schien, so dass wir den Plan änderten und uns was Neues überlegten. Wir grübelten über irgendwas, dass sich vielleicht fernab von der Bandarbeit auch anders spontan umsetzen lässt.

Ich schlug die App MadPad vor. Die App ist nicht so kompliziert. Also: Wir probieren das jetzt. Die Aufgabe: Was Cooles einfallen lassen mit irgendwelchen Geräuschen im Zusammenhang mit Schule, Umgebung oder Klassenzimmern. Die SchülerInnen sollten die Möglichkeit bekommen, draußen sowie in Klassenzimmern oder anderswo eigene Ideen zum Thema Geräusche und Groove zu entwickeln. Die Suche ging los. Zunächst teilten wir uns in zwei Gruppen und konzentrierten uns jeweils wie geplant mit den SchülerInnen auf unterschiedliche Inhalte, um uns diese am Ende gegenseitig zu präsentieren.

(Team 44 – Geräusche der Umgebung mit MadPad filtern)

Mrs N. berichtet:
Heute haben wir Sound-Aufnahmen mit der App MadPad erprobt. Die App ermöglicht einen Remix unserer alltäglichen Umgebung mit einfachen Geräuschen, die man nur finden muss. Um ein Sound-Set zu REMIXEN braucht man 12 Geräusche. Mit viel Spaß und Eifer sind wir also durch die Schule gestreift und haben dabei drei verschiedene „Sound-Räume“ erschlossen:

1. einen regulären Klassenraum,
2. den Schulhof und
3. unsere Turnhalle.

Nachdem wir uns mit der App MadPad vertraut gemacht hatten und vieles ausprobierten, ging es an die eigenen Überlegungen und Ideen. Wir suchten also nach kurzen, prägnanten Geräuschen und versuchten anschließend, verschiedene Räume im und um das Schulgebäude herum zu „interviewen“. Türenschlagen, Kettenrasseln, Ballgeschieße, Mattenfallen oder einen schrillen Schrei – wir präsentierten dann Allerlei.

In der Zwischenzeit probierte ich mit den drei Mädels und zwei Jungs zu jammen. Das gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht. Sobald ich irgendwo anfing etwas zu erläutern, war der andere genervt. Jeder wollte zuerst beachtet werden und an erster Stelle stehen. Dabei waren wir nur fünf. Ich probierte zunächst Loops mit Ableton aufzuzeichnen und hatte vor, die über die Anlage abspielen zu lassen. Dann fiel mir plötzlich ein, dass das gar nicht geht, weil ich keine entsprechende Soundkarte dabei hatte, um latenzfrei Musik über die Schul-Boxen abzuspielen. Ich wurschtelte mich also durch meine Gedanken ebenfalls hin und her, stellte dann fest: Für die zweite Variante, die auch funktionieren könnte, sind meine Kabel zu kurz. Ich bräuchte noch zwei weitere große Klinke-Kabel-Verlängerungen, um zum Mischpult zu kommen. Und dann waren die SchülerInnen längst beschäftigt mit rumprobieren und der musikalischen Ideenfindung. Das wurde mir dann zuviel und ich meinte: Ich hab kein Bock mehr jetzt und auch keine Lösung. Lasst uns doch einfach jammen und alles insgesamt erstmal aufzeichnen. Mal gucken, was dabei rauskommt..

Die drei Mädels fanden das super, die beiden Jungs hatten keinen Plan oder keine Lust darüber nachzudenken. Sie kramten plötzlich rum, stolperten wild von App zu App usw. Die Mädels vertieften sich im selben Moment. Sie jammten und kommunizierten dabei. Sie tauschten Ideen, Rollen und entwickelten dabei fleißig ihren eigenen Groove. Ich forderte die Jungs irgendwann auf, sich bitte doch noch mal einzubinden. Glaube aber, sie hatten einfach kein Bock darauf, was mit den Mädchen zusammen zu machen. Ich überlegte mir was und setzte sie dann kurzzeitig zur Seite, damit die Mädels in ihrem „Flow“ bleiben konnten. Während die Mädels also jammten, fiel mir auf, dass die Jungs mich scheinbar nicht für voll nehmen wollten, so dass ich sie nochmals aufforderte, sich hier und jetzt mit dem, was sie gerade haben, einzugrooven. Timansa live am Korg iKaossillator – erstmal Tonart und Tempo checken. Genau. Es funktionierte dann tatsächlich so und hörte sich auch super an, was Timansa sich da plötzlich hat  einfallen lassen. Auch wenn die Mädels grummelig und konzentriert wirkten, hatte ich den Eindruck, sie waren doch positiv beeindruckt. Und dann stolperte auch schon unsere zweite Hälfte durch die Tür, so dass wir langsam zum Ende kommen mussten.

Girls Mix – Ein Einblick

(Team 44 – Kassy, Grace und Martina Lopes, später kurz begleitet von Timansa und xDjX)

In der folgenden AG-Stunde probierten wir mit den aufgenommenen MadPad-Geräuschen den entstandenen „Girls Mix“ mit percussiven Elementen auszuschmücken. Die Mädels überlegten sich Vocals und verstellten ihre Stimmen mit Hilfe von Improvox. Ich zeigte den SchülerInnen außerdem erste Ergebnisse, die ich im Team 50 als Remix-Versuch vom „Girls Mix“ am Tag davor realisieren konnte, bevor wir dann zur anonymen abschließenden Bewertung unserer eigenen Songs übergingen.

Remix Parts – Girls Mix:
http://touching-music.de/stadt-im-remix-girls-mix/

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