Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Mit dem Tablet vertraut machen

Auch dieses Mal haben wir uns dafür entschieden, alle Musik-AGs in der Startphase einheitlich auf Apps zu stützen, die wir zuvor erprobt haben, darunter Figure.

Rantasten und erste Eindrücke gewinnen

Die App Figure findet jeder im Apple App-Store (iOS). Als Einstiegs-App bietet sie unseren Schüler_innen die Möglichkeit, schnell einfache, gut klingende Loops mit den Fingern einzuspielen und obendrein beim Erstellen eines neuen Songs „zufällig“ Presets (Voreinstellungen für Sounds) wählt, sodass die Ergebnisse nie zu ähnlich klingen, auch wenn die Kinder die Voreinstellungen nicht ändern, was bei Anfängern oft genug der Fall ist. Obendrein sind die Loops rhythmisch dynamisch, da sie im Normalfall auf voreingestellten Groovepattern basieren. Während die Grooves quantisiert klingen, ist die eigentliche Aufnahme in Figure aber aber ohne Quantisierung. Dass bspw. Kick, Snare oder Hihats ohne Quantisierung eingespielt wurden, erkennt man dann, wenn man die Zahl in dem Kreis über Kick auf „OFF“ stellt und der Rhythmus dann nicht gerade weiterspielt, wie zunächst vermutet, sondern eher unvorhergesehen abdriftet. Eine interessante neue Varianten.

Grooves mit den Fingern spielen

Einfache Grooves mit den Fingern spielen

Die App-Oberfläche ist einfach gestaltet, Play (Start) und REC (Aufnahme) -Buttons lassen sich leicht wiederfinden und intuitiv aus der Aktion heraus bedienen. Entsprechende Symbole wie die der sichtbaren Buttons Dreieck und Kreis prägen sich schnell ein bei den Kindern, sodass – nach unseren Beobachtungen – gern auch später wieder darauf zurückgegriffen wird, selbst wenn es um andere Apps geht. Querverbindungen lassen sich demnach appübergreifend ganz von selbst in den Köpfen der Kinder verankern.

Wir tasten uns an das Thema „Musik produzieren mit Apps“ heran und erkunden dabei intern inwiefern Funktionen im Einzelnen von unseren Schüler_innen genutzt werden oder auch nicht. Bisher basierten die Beobachtungen lediglich auf der Basis von Tutorials (Anleitungen), die wir selbst als Lehrer spontan präsentierten, um Funktionsweisen der App zu erklären. Weil wir selber am besten wissen, wie wir an diese Erklärung rangegangen sind, können wir Begabungen nicht nur erkunden, sondern mittlerweile auch gleich filtern. Wir analysieren, wo Probleme im Verständnis der Anwendung auftauchten und freuen uns wenn die Kinder komplexere Einstellungen finden, wenn tatsächlich auch Effekte benutzt wurden, das Tempo geändert wurde, oder Presets verändert wurden, auf die ich später noch mal zurück komme.

Kompliziertere Begriffe wie Mischpult und BPM, Adapter, Solo und Mute, Sequenzer, Step-Sequenzer, Pattern und Loops tauchen bei uns meistens von Anfang an auf. Aus der Praxis heraus, wozu aus unserer Sicht auch kurze Video-Anleitungen fallen, verstehen Kinder diese Begriffe oft schneller, als wenn man sie einfach in Worten erklären würde. Werden Grundbegriffe so verinnerlicht, scheint der gesamte Komplex von Musik und Apps auf Tablets dann doch nicht ganz so kompliziert zu sein, wie es zunächst scheinen mag.

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