Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Groove mit Gong in der tRaumstation

Weil Nanni und Hi-Kid die erste Stunde nicht mitgemacht haben, zeigen wir ihnen nochmal, wie mit dem Anfang vom Rhythmus und dem Herzschlag alles anfing und mit welchen Instrumenten wir uns letztes Mal beschäftigt haben. Wir beginnen im Kreis mit Füßen zu stampfen und klatschen die Hände im 4/4-Takt, um uns einzugrooven. Dann sprechen wir reihum alle jeden unserer Namen auf die Viertel. Wenn der Name zwei Silben hat wie Han-ni oder Nan-ni oder Hi-Kid, geht das gut und es macht richtig Spass. Aber bei Stan müssen wir etwas anders machen, denn das ist ja nur eine Silbe, also eigentlich nur ein Viertelschlag. Wir können ihn aber über zwei Schläge ausdehnen, dann haben wir eine halbe Note auf zwei Viertelschläge. Jeder Name mit zwei Silben oder einer halben Note kann also in einem Takt zweimal wiederholt werden. Mi-ka-do hat drei Silben, braucht also den ganzen Takt, ein Schlag ist leer, also eine Viertelpause. Wir bleiben mit den Füßen im Takt, klatschen aber mit den Händen nur die 1 und die 3, also abwechselnd ein Schlag und eine Viertelpause und wiederholen das Klatschen auf Achtel, also doppelt so schnell wie die Füße stampfen. Das müssen wir noch üben..

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Wir entdecken ein neues Instrument: den Gong. Wir probieren aus, wie lange der Ton schwingt: bei einem vorsichtigen Anschlag zählt Stan auf seiner Stoppuhr 44 Sekunden. Wir probieren drei Gongschlägel, die aus verschiedenen Materialien gemacht sind: Filz, gepolstertes Leder und weiches Wollflies. Wir hören, wie sich dadurch der Ton und die Lautstärke verändern. Wenn der Gong stark oder schnell hintereinander angeschlagen wird, kann er sehr sehr laut werden. Hanni probiert das Schlagzeug, Nanni die Djembe und auch die Klanghölzer. Stan bleibt bei der Conga. Hanni spielt die Schlagzeuginstrumente mit Trommelstöcken. Ich zeige Ihr, wie die in einem Ring aus Daumen und Zeigefinger richtig gehalten werden und was der Fuss dazu macht. Das Schlagzeug kann einen regelmäßigen Beat spielen, an dem sich dann alle anderen Instrumente orientieren. Hanni versucht das und landet nach Gefühl auf einem einfachen Rock-Beat, auf die Taktschläge gezählt: 1-2-3+4. Ich spiele den vom Pad vor – in der DrumSchool-App ist es der Rockbeat 4. Wir spielen alle gemeinsam diesen Beat. Hanni verteilt die Schläge auf die Trommeln: 1= Bass/Fuss, 2= Snare/Hand, 3 + = Bass/Fuss, 4 = Floortom/Hand.

Hanni On Drums

Die anderen spielen ihr jeweiliges Instrument im selben Beat mit den Händen dazu. Weil es sehr laut wird, erkläre ich einige Spielregeln: Wenn gesprochen, also gefragt oder erklärt wird, sollten alle Respekt beweisen und nicht weiterspielen, sondern zuhören. Insgesamt sollten wir alle nicht zu laut spielen, um unsere Ohren nicht zu schädigen. Hanni erklärt warum: im inneren Ohr bewegt der Schall ganz feine Härchen, die dann den Hörnerv anregen. Wenn die Lautstärke und der Schalldruck sehr groß werden, können diese Härchen brechen, sie wachsen nicht mehr nach. Dann können wir nicht mehr gut hören. Deswegen ist auch ein zu lauter Kopfhörer nicht gut. Wir probieren also gemeinsam, mal alle ganz leise zu spielen. HiKid setzt sich nun ans Schlagzeug. Wir probieren aus, wie der Stock auf das Trommelfell fällt und wieder hochspringt, das ist der Rebounce. Wenn man das vorsichtig macht und übt, kann man ganz schnelle kleine Schläge und Wirbel spielen. Hanni will Glocke als Metronom spielen und wir wiederholen den Rockbeat zusammen, Nanni an den Pappelhölzern, Stan versucht sich auch mal an den Triangeln. Dann geht mit allen die Spielfreude durch, die Glocke wird immer schneller, ein dickes fröhliches Klangchaos! Mit der Klangschale beruhigen wir uns wieder: sie kommt aus Tibet und wird mit einem speziellen Holzschlägel durch Reiben um den Rand in Schwingung versetzt. Weil Hanni den Musikraum etwas gruselig fand, versuchen wir, eine gruselige Musik zu spielen ohne einen bestimmten Rhythmus. Die Kids benutzen dazu die Klangschale, Ziegenklauen, Rasseln, den Regenstab, die Becken und Stimmen. Mit den neuen Kenntnissen von Rebounce und Laut-leise schicken wir zum Abschluss wieder unsere Lokomotive auf die Reise und bemühen uns, sie mit einem leisen schnellen Wirbel zu beenden.

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