Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Geisterstunde in der tRaumstation

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Um uns einzuschwingen, lauschen wir unserem Herzschlag, jeder stampft den eigenen Herzschlag mit den Füßen – erst allein, dann alle zusammen. Das gibt einen hübschen Groove! Wir stampfen und sprechen nacheinander nochmal alle unsere Namen auf den 4/4-Takt. Dann spielen wir ein neues Rhythmusspiel, diesmal im Sitzen mit Stampfen, auf die Schenkel klatschen und sprechen, das wird öfter wiederholt, geht gut und macht großen Spass. Wir wiederholen die Übung mit Stampfen auf die Viertel und Klatschen auf die Achtel. Nun fordere ich sie auf, einen eigenen kleinen Rhythmus zu erfinden und erinnere an Hannis kleine Einlage auf dem Weg hierher: tatata tatata taaa.. Wir finden heraus, dass das immer drei Schläge sind. Wir probieren aus, ob wir drei Klatscher auf ein Stampfen machen können, mit den Händen immer abwechselnd, rechts-links-rechts links-rechts-links, aber ohne Füße klappt es besser. Also probieren wir das nochmal im Stehen und klatschen auf jeden Fußstampfer dreimal mit den Händen, das kriegen alle super hin. Dann probieren wir noch eine kleine Achtelfigur auf das Stampfen im 4/4-Takt: Die Hände klatschen abwechselnd Achtel auf die Schenkel: rakatakatak – stampf.. das ist ganz schön anstrengend, also schütteln wir Hände und Füße aus und machen eine kleine Pause.

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Der Vorschlag, eine kleine Geschichte zu erfinden, die wir dann musikalisch mit Instrumenten erzählen und begleiten, findet begeisterte Aufnahme …aber so schnell findet sich keine Idee. Also knüpfen wir nochmal an das Gruselthema an: Hanni und Stan entdecken die Röhrenglocken, die einen sehr langen stehenden Ton machen, Stan sagt, sie klingen wie Kirchenglocken. Hanni spielt eine an, zählt mit und landet bei 50… 50 Uhr? Stan meint, um Mitternacht müßte die Kirchturmuhr 24 Mal schlagen…aber die schlägt nur zwölfmal, weil es damals noch keine digitale Zeitmessung gab. Wir probieren, welche Instrumente sich gut für eine gruselige Atmosphäre eignen: Rasseln, der Regenstab, Glocken, Ziegenklauen, die Klangschale, die Guirofrösche. Wir überlegen, ob es eine_n Erzähler_in geben soll… Die Glocke schlägt, es regnet, die Castagnette setzt Stan als Skelett ein, das klappernd umherläuft; der Wind rauscht in den Blättern, das macht Nanni mit Ziegenklauen. Schritte nähern sich – die spielt Stan auf der Conga – und Frösche quaken. Wie geht es weiter? Wollen die Geister tanzen? Hanni und Nanni wollen sich für die nächste Stunde eine Geschichte ausdenken und aufschreiben. Für den Tanz wiederholen wir nochmal den Rockbeat, Nanni spielt auf dem iPad Schlagzeug und Hanni am richtigen Schlagzeug. Sie probieren das auch abwechselnd, jede spielt immer einen Takt. Wenn die Glocke als Metronom mitläuft, geht das viel besser. Außerdem entdecken sie das Loch im Resonanzfell der Bassdrum – sie halten abwechselnd mal die Hand rein, während die andere spielt und fühlen, wie die Luft sich bewegt. Wir lassen den Rockbeat vom iPad laufen und spielen dazu mit anderen Instrumenten. Dann zeige ich, dass jeder den eigenen Platz in einem Takt finden kann und zeige mit Triangel und Guiro, wie das gemeint ist. Um es zu lernen, machen wir eine Übung im Kreis: Alle haben eine Zahl: 1, 2, 3, und 4 und klatschen jeweils an der Stelle im Takt, wenn die Zahl dran ist. Dazu muss man sehr genau aufpassen, wann man dran ist, damit alle zusammen im Tempo bleiben, das werden wir noch weiter zusammen üben. Wir machen auch die Rakatak-Übung noch einmal im Sitzen, diesmal nicht alle zusammen, sondern immer um einen halben Takt versetzt – wie ein Echo. Bei zweien gegenüber klappt das super, die anderen Positionen im Takt zu besetzen ist noch ganz schön schwer. Also enden wir diesmal mit der Lokomotive im Sitzen mit Füßen und Schenkelklatschen und versuchen, ganz schnell und leise aufzuhören, so dass die Lokomotive in der Ferne verschwindet.

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