Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Der Erstkontakt

TEAM 1

TEAM-1

 

TEAM 1:

Musiziert wird mit 4 Grundschülern einer 2. Klasse aus der Ludwig-Hoffmann-Grundschule in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.


Unterrichtsinhalte
:
In den ersten Stunden wurden die Schüler an ein Tablet herangeführt. Ausgewählte Apps wurden vorgestellt, die ersten eigenen Werke festgehalten.

Apps: Barefoot Weltatlas, Beat Brite, Figure, Bebot, DM1, GarageBand

Fragestellungen vorab:
Welche der vorgestellten Apps werden möglicherweise von den Kindern angenommen und/oder bevorzugt? Wo liegen die Interessen und welche Begabung bringt jeder Einzelne mit?

Praxis: Der Erstkontakt
An die Grundbedienung des Tablets herangeführt wurden die Schüler der 2. Klasse mit dem Barefoot Weltatlas. Eine faszinierende 3D Lern-App, die auf einem Weltatlas basiert, der mit vielen Fotos, Musik und Klängen zur Erkundung einlädt.

Praxis: Taktgefühl trainieren mit Beat Brite
Kleine Rhythmusspiele wecken Emotionen und regen zum Tun an. Spielerisch Taktgefühl trainieren macht Spaß und motiviert. Auf dieser Idee aufbauend haben wir auch zur Feststellung der möglicherweise vorhandenen musikalischen Vorkenntnisse Beat Brite eingesetzt. Eine spielerische App, die über das Nachspielen einfacher Song-Parts die Unterschiede und das Zusammenspiel von Drums, Bass, Chords und Melodie vermittelt und gleichzeitig Taktgefühl fördert. Trotz Menu-Funktion in englischer Sprache haben sich alle gut zurechtgefunden. In spielerischer Konkurrenz Musik nachspielen motiviert. Die Ergebnisse wurden von Spiel zu Spiel besser.

Praxis: Beboot – Robot Synth erforschen
Bebot – Robot Synth wirkt vor allem durch seinen charmanten Ausdruck. Die Bedienoberfläche ist sehr einfach gehalten. Eine kurze Video-Einführung hat den Einstieg und damit den Weg zu den Unterfunktionen erleichtert. Die Preset-Liste wurde schnell gefunden und auch genutzt, Filter und Effekte ausprobiert. Klänge modulieren macht zwar Spaß, aber die anfängliche Begeisterung ließ schnell nach.

Praxis: Beats programmieren mit Figure
Bei der Gestaltung des musikalischen Einstiegs wurde besonderen Wert auf einfache Song-Strukturen gelegt: Drums, Bass, Lead-Synth. Figure wandelt Ideen, Bewegungen und Rhythmen spontan in oft gut klingende Musik um, dank der zugrundeliegenden Struktur jeweils nur passende Töne zu verwenden und auf rhythmische Vorgaben zu quantisieren. Musik ganz einfach selber machen, dabei ein Gefühl für Rhythmus antrainieren, Effekte und Filter für die eigene Klanggestaltung nutzen. Mit dieser App hat jeder sein erstes eigenes Stück komponiert, anschließend präsentiert. Unsere ersten Hits können sich zeigen lassen. Zuhören war schon schwieriger.

Praxis: DM1 und Yamaha DD-7 – Rhythmustraining
Taktgefühl trainieren lässt sich ganz einfach durch starten und stoppen einer virtuellen Drum Machine wie beispielsweise DM1 kombiniert mit einer analogen Drum Maschine realisieren, bei der sich das Tempo regeln lässt.

Praxis: GarageBand
GarageBand ist eine sehr umfangreiche App mit vielen verschieden Instrumenten, die sich miteinander verbinden lassen. Kinder mögen diese Vielfalt und finden sich hier erstaunlich schnell zurecht.

Zusammenfassende Erkenntnisse:
Der Erstkontakt verlief sehr positiv und hat bei den Kindern Neugierde geweckt. Die Schüler waren begeistert. 3 von 4 Schülern haben kein privates Tablet und nur wenig Musikerfahrung. Ganz vorsichtig wurden die Tablets erkundet und bestaunt. Nach der Einführung und einem ersten Rhythmusspiel haben sich die Schüler bereits an ihr Tablet gewöhnt. Die Video-Einführung hat den Einstieg wesentlich erleichtert. Erstaunlich schnell hat sich jeder in den App-Strukturen zurechtgefunden, auch in englischer Sprache. Ausprobieren und Wege finden. Viel Neues gesehen und gelernt haben die Schüler vor allem durch Praxis und die eigenständige Nutzung einzelner Anwendungen. Etwas schwieriger gestaltete sich das mit dem Zuhören und sich als Teil des Ganzen sehen. Primär sollte es darum aber in der ersten Stunde auch nicht gehen. Vielmehr darum, Interessen und Begabungen zu erkennen. Nach dem Erstkontakt und der ersten Gestaltung eines eigenen Stückes mit Figure, sagte eine Schülerin ganz klar: Nein, Drums will ich nicht – Melodien spielen finde ich besser..! Das ist super, denn die eigenständige Aufteilung des Einzelnen in welche die Melodien andere die Drums spielen, bietet mir einen Ansatz – die erste Basis einer gemeinsame Jam-Session. Nach und nach hat sich jeder selbständig mit der entsprechenden App auseinandersetzt, die am besten gefiel.

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