Touching Music

Touching Music möchte den modernen Musikunterricht ergänzend mitgestalten und dabei neue Technologien nutzen, um fernab von konventionellen Strukturen Richtungen zu erkunden. Grundlegendes Ziel ist hierbei die künstlerische Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Konzeption, Produktion und Ausführung selbst komponierter Musik. Das Erlernen des Umgangs mit Sounds in einer neuen Form, die auch den kritisch kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung durch Aufnahmen, Integration und Bearbeitung von Alltagsklängen einschließt.

Bebot – putziger Roboter mit kurzer Batterielaufzeit

Bebot – Robot Synth ist eine der scheinbar kindlichsten Apps, die bei Touching Music zum Einsatz kommt. Bedingt vor allem durch die Oberfläche, die jeden erzeugten Ton durch einen animierten singenden Roboter „verniedlicht“. Das beeindruckte die Kinder schnell durch seinen charmanten Ausdruck und gewann die Herzen.

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Die Bedienoberfläche ist sehr einfach gehalten, man könnte fast sagen an den Rand gedrängt, denn sofern man die Menus nicht eingeschaltet hat, ist der komplette Bildschirm von Bebot Spielfläche. Und selbst bei eingeschaltetem Menu ist die Fläche der Menus marginal im Vergleich zur omnipräsenten Roboter-Figur. Hinter der App versteckt sich allerdings ein durchaus ernstzunehmender Synthesizer.

Weshalb eine kurze Video-Einführung den Einstieg und damit den Weg zu den Unterfunktionen erleichtern sollte, auch wenn absehbar war, dass das Video-Tutorial natürlich als Lernmaterial nicht reichen würde.

Dennoch, lediglich ein bis zwei Kinder in jeder Gruppe haben nach dem Tutorial-Video die Menuleiste nicht sofort gefunden. Presets, Filter und Effekte wurden dennoch von jedem ausprobiert und spielerisch entdeckt. Allerdings wurden sie in ihrer Funktionalität oder genaueren Struktur nicht weiter hinterfragt.

Klänge modulieren, auswählen und anpassen macht zwar zunächst Spaß, die anfängliche Begeisterung ließ jedoch nach kurzer Zeit in allen Jahrgangsstufen schnell nach. Dies dürfte – wie die Erfahrung mit anderen Apps später zeigt – jedoch nicht an dem Unwillen der Kinder, sich mit den genaueren Klangqualitäten zu beschäftigen liegen (Modulation, Timbre, Wellenformen, Klangfarben, Veränderung von Presets etc.). Auch deutet es nicht klar auf eine Bevorzugung der musikalischen Struktur (Melodie, Noten) gegenüber der eigentlichen Klangqualität hin, sondern ist vor allem dem Aufbau der App selbst geschuldet, die das Spielen von Tönen und deren weiterer Beeinflussung in der Bedienung so radikal trennt. Das Spielen ist großflächig, sensuell, immersiv, die Beeinflussung von Sounds eher ein kleinteiliges Klicken durch „steife“ und sehr technisch wirkende, obendrein visuell klein und reduziert gehaltene Menus.

So groß die Empathie der Kinder für die App in den ersten Minuten war – niemand hat in den folgenden Stunden danach gefragt oder diese App selbständig angerührt..

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